Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes in Esens


Die Idee des Roten Kreuzes wurde in Zeiten des Krieges 1870/71 von einigen Esenser Bürgern erkannt. Am 21. Juli 1870 wurde in der Gastwirtschaft „Peters Gaststätte“ laut noch vorhandenen „Protocoll- und Cassa-buch“ ein „Localverein zur Pflege verwundeter und erkrankter Krieger im Felde“ gegründet. Aufgabe dieses Vereins war es, den Soldaten aus Esens und Umgebung im Falle der Verwundung mit Geldmitteln und Sachspenden (Lebensmittel- und Kleiderpakete) zu helfen. Dieser „Localverein“ hat bis zum Jahre 1918 bestanden.

Über die Weiterentwicklung des Roten Kreuzes in Esens sind leider durch Kriegseinwirkungen alle Unterlagen verloren gegangen. Es ist jedoch bekannt, daß nach 1918 bis zu der durch Gesetz angeordneten Auflösung im Jahre 1934 in Esens ein Sanitätshalbzug Esens/Holtgast und ein Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz bestanden haben. Während des Krieges - insbesondere während des Bombenangriffes am 27. September 1943 auf Esens - hat sich eine Sozialgruppe des DRK um das Los der Verletzten und Angehörigen in aufopfernder Weise verdient gemacht.

Nach Beendigung des Krieges wurde von der kanadischen Besatzungsmacht die Sozialeinheit unter der Leitung von Frau Gerdes und Frl. Becker beauftragt, die Arbeit wieder aufzunehmen und eine Kleiderkammer und eine Nähstube für Flüchtlinge und Hilfsbedürftige einzurichten. Ferner waren Aufgaben des Suchdienstes des DRK zu erfüllen. Diese Arbeit wurde von Hans Backenköhler im Jahre 1953 mit einer starken Jugendrotkreuzgruppe übernommen und fortgesetzt.

Aus einem Erste-Hilfe-Kursus und einem Sanitätslehrgang bildet sich im Februar 1966 eine Sanitätsbereitschaft von 15 Helferinnen und Helfern. Unter der Leitung von Alwin Pfanne und Siegfried Fischer vergrößerte sich die Bereitschaft zu einer Stärke von 30 Helferinnen und Helfern. Im Januar 1969 übernahm Johann Hartmanns die Bereitschaftsleitung. In den folgenden Jahren unterlag die Bereitschaft starken Personalschwankungen. Im Rahmen der Umstrukturierung des Roten Kreuzes nach Ende des kalten Krieges wurden Teile der Bereitschaft in den neu gegründeten Einsatzzug eingebunden. Nach dem Tod Johann Hartmanns im Juli 2004 leitet Werner Schöneck die Bereitschaft.

Während der Einsatz der Sanitätsbereitschaft schon seit Jahrzehnten im Bewußtsein der Bevölkerung war, erfolgte erst 1979 die Wiedergründung eines eigenen Ortsvereines innerhalb des Kreisverbandes Wittmund. Den Vorsitz übernahm der damalige Samtgemeindedirektor Bernard Thüer. Neben ihm waren im Vorstand Johann Betten Sjuts (2. Vorsitzender), Heinrich Landwich (Schatzmeister), und 6 Beisitzer vertreten. Im Rahmen des Generationenwechsel nahmen im Februar 2001 Jürgen Buß, Jan Bernd Sjuts und Reinhard Feldmann diese Ämter ein. Die Beisitzer sind heute für die Bereitschaft Werner Schöneck und Antje Eden, als Arzt Georg Staudacher, als JRK Vertreter Jochen Ihben - seit 2006 Silke Martens - , als Vertreterin der Seniorenfreundeskreises Brigitte Rode.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, vollzieht sich die Tätigkeit weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Bei vielen Veranstaltungen leisten die Bereitschaftsangehörigen ehrenamtlichen Sanitätsdienst. Der Einsatz findet in der Samtgemeinde Esens und als Teil des Katastrophenschutzes im Landkreis Wittmund statt.

Seit 1991 pflegen wir gute, partnerschaftliche Beziehungen zur DRK-Bereitschaft Wittenberge/Prignitz. Wir besuchen und unterstützen uns seit dieser Zeit gegenseitig mindestens einmal im Jahr.

Im Jahre 1960 wurde die freigewordene Baracke am Sportplatz an der Peldemühle als Unterkunft genutzt. Nachdem das DRK-Heim am Sportplatz zu klein geworden war, konnte im Juli 1983 ein neues Domizil an der Jahnstraße bezogen werden: Überwiegend durch Eigenleistung der Aktiven sind das ehemalige Feuerwehrhaus in einen Lehrsaal, ein Büro, eine Teeküche, eine Kleiderkammer, Lagerräume und eine Feldküche mit einer Kapazität von 500 Portionen Vollverpflegung, verwandelt worden. Im Herbst 2005 wurde die Raumaufteilung im DRK-Heim neu geregelt. Das DRK erhielt auf der Hofseite eine Halle, die als Doppelgarage genutzt werden kann, und eine Überdachung, die das Haupthaus mit der Halle verbindet. Diese Neuaufteilung wurde nötig, weil die DLRG als Mitnutzer mehr Platz benötigt.

Der DRK-Ortsverein Samtgemeinde Esens gehört dem DRK-Kreisverband Wittmund an. Dieser ist im DRK-Landesverband Niedersachsen und den DRK-Bundesverband eingebunden.

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